Von der geschützten Welt in die freie Wildbahn

Ich möchte hiermit allen die früher in einem Internat, Heim etc. gelebt haben und ein Handikap haben, Mut machen. Mein Weg aus dem geschützten Umfeld "Internat".

 

Ich möchte euch ja auch nicht nur die guten Seiten von einem Leben außerhalb der geschützten Welt zeigen, sondern ich möchte euch eigentlich hiermit Mut machen. Weil wer es nicht probiert, kann auch nicht später sagen, ob es klappen würde.

 

 

Ich war neun Jahre lang im Internat der "Stephen Hawking Schule“ in Neckargmünd, bevor ich trotz meines Handicaps den Sprung in die freie Wildbahn wagte. Vielleicht wissen einige von euch, dass man in einem sehr geschützten und behutsamen Rahmen in so einer Zeit lebt.

 

Ich habe viele Höhen und Tiefen erlebt und das wird mich auch mein ganzes Leben lang weiter begleiten, nur wahrscheinlich in abgeschwächter Form.

 

Im September 2016 habe ich eine Ausbildung zur Sozialassistentin an der SRH Fachschule in Frankfurt begonnen. Bevor ich überhaupt mit der Ausbildung starten konnte, musste ich eine Unterkunft in Frankfurt finden, was schon eine Herausforderung für sich ist. Viele denken jetzt „OK“, die hat ein Handikap, dann ist es doch das leichteste, wenn sie in ein Heim oder eine betreute Wohngemeinschaft geht. Nein, ich habe mir gesagt, wenn schon, dann auch richtig. Also begab ich mich auf die Suche nach einer WG, weil ganz alleine wollte ich dann auch nicht wohnen. Jedoch scheiterte ich schnell daran, weil ich mit meinem Rollstuhl nicht in den dritten Stock eines Altbaus „fliegen“ kann. Also machte ich mich auf die Suche nach einer eigenen Wohnung, um dann eine WG zu gründen. Leider bin ich auch hier auf viele Absagen gestoßen, aber das konnte mich nicht von meinem Vorhaben, auszuziehen von zu Hause, abhalten. Denn nur weil wir ein Handikap haben, heißt das noch lange nicht gleich, dass wir keine Entscheidungen selber treffen dürfen.

 

Anfang der Sommerferien hatte ich dann endlich eine Wohnung.

Nun hieß es Hoffen und Bangen, dass die Schule mir eine Zusage schickt, die hatten sich nämlich auch nicht mehr bei mir gemeldet. Eine Woche vor Ausbildungsbeginn kam endlich der Bescheid. Unter einer Bedingung: ich musste mir meine Schreibhilfe selber organisieren (ohne die es sich für mich nicht gelohnt hätte anzufangen).

Nebenbei suchte ich auch noch Mitbewohner. Kaum hatte ich jemanden, kam auch schon einige Tage später die Absage, meist mit der Begründung "es ist zu teuer ". Die Wohnungsmieten in Frankfurt sind halt sehr hoch, und dazu kommt noch der Aufzug, der den Preis zusätzlich in die Höhe treibt.

 

Ausbildung

 

Ich kam am ersten Tag in die Schule und merkte sofort, hier ist eine große Unsicherheit im Raum, aber das hatte ich mir fast schon gedacht. Ich bin also, wie jeder andere, erstmal mit zu der Einführungsveranstaltung gegangen, in meinem Fall gefahren, und danach wurde uns das Gelände und was drum herum ist, gezeigt. Da haben sich dann auch schon die ersten Hindernisse gezeigt, weil, um aus der Schule zu kommen, muss man zwei Stufen hinunter (nur der hintere Eingang ist ebenerdig). Alle standen unbeholfen um mich herum, bis ich ihnen genau gesagt habe, was wer machen muss.

Später in der Klasse mussten wir uns alle vorstellen. Da ich mir das schon dachte, hab ich mir auch schon Gedanken gemacht, was ich sage. Ich habe mir gesagt, dass ich nur das Wichtigste sage, und wer mehr über mich und mein Handikap erfahren will, muss zu mir kommen und mich selber fragen, und ich entscheide dann, was ich ihnen sage und was nicht.

Ich musste mich nebenher noch um die Wohnung kümmern. In der ersten Woche war zum Glück noch meine Mutter da, die einiges übernommen hat. Nach der Woche war ich dann allerdings auf mich allein gestellt, es machte mir in diesem Moment aber nichts aus. Ich war ungefähr einen Monat allein, bis ich endlich jemanden für die WG gefunden hatte. Außer der Wohn- und Schulsituation musste ich mir noch genau überlegen " was mach ich wann, und wie komm ich wohin".

Ich saß jeden Abend Stunden lang da und überlegte mir, was ich am nächsten Tag machen muss, und wie ich dahin komme.

Zusätzlich musste ich mich aber auch immer darum kümmern, dass meine Schreibhilfe in den richtigen Stunden bei mir war, was gar nicht so einfach war, da wir alleine im ersten Halbjahr jede Woche einen anderen Stundenplan bekamen. So kam es auch oft vor, dass ich allein im Unterricht war. Im Unterricht habe ich mir dann die Mitschriften von den Mitschülern holen können, nur bei den Arbeiten geht das halt nicht. Beim ersten Mal hat die Schule noch mitgemacht, allerdings beim zweiten Mal nicht mehr, also durfte ich die Arbeit alleine schreiben, was für mich eine enorme Belastung bedeutet.

 

Mein Alltag hat sich schrittweise eingependelt, ich weiß genau, wann ich was machen kann und muss.

 

In der Schule hat sich auch einiges getan, der Stundenplan ändert sich nicht mehr ständig, sodass ich nicht mehr ständig bei meiner Schreibhilfe im Büro anrufen muss. Um dann zu hoffen, dass nicht schon alle verplant sind und ich mich allein durch den Schultag schlagen muss.

 

Alltag

 

Leider kommen fast jeden Tag unvorhersehbare Zwischenfälle in meinen Alltag, und es ist selten, dass der Tag nach Plan läuft. So zum Beispiel hat letztens mal beim Einkaufen mein Rollstuhl gestreikt, er wollte einfach nicht mehr, und ich stand hilflos mitten im Laden, weil mich konnte man auch nicht mehr schieben. Nach unzähligen Versuchen hat er sich doch endlich dazu entschieden, schwergängig sich bewegen zu lassen.

 

Ich habe oben mit Absicht nicht das Wort "nie" verwendet, weil dann doch mal so ein Tag kommt, an dem alles so klappt, wie man es sich wünscht. Dann soll man den Tag festhalten und sich darüber freuen.

Auch in der Schule habe ich immer Momente, die mich in meinen Vorhaben bestärken. Zum Beispiel kommt es ab und zu im Pflegeunterricht zu Situationen, die niemand ahnt: wenn wir was besprechen, und ich dann sage, dass es mir damals auch so erging, dann sind alle erstmal erstaunt. Aber das ist nicht schlimm für mich, ich hätte am Anfang ja alles erzählen können.

 

So Momente geben mir immer Kraft, weil einfach niemand damit rechnen konnte, dass ich trotzdem sowas in meinem Leben mache.

 

Ich hatte am Anfang auch meine Zweifel, aber ihr seht ja selbst, es kann alles klappen. Jeder Anfang ist schwer, man muss nur lernen die schönen Dinge im Leben fester zu halten.

 

Glaubt an euch

Ihr schafft das!!!

 

Eure Luise  

Luise Pape am 15.9.17 18:50, kommentieren

Der Youtube-Kanal "Creative Chins"

Hallo!!!

Ich bin Lisa, bin 18 Jahre alt und ich bin seit August 2014 blind. Außerdem habe ich keine Nase. Nachdem ich erblindet bin, musste ich mir ein neues Hobby suchen, weil malen nicht mehr ging. Ich bin dann zuerst zur Handarbeit gekommen, aber das war nicht das Wahre. Vor ca. einem Jahr bin ich dann auf die Idee gekommen, ich könnte mich ja im Filme drehen probieren. Gesagt, Getan! Ich habe zuerst ein paar Videos über mich und meine Chinchillas aufgenommen.

Bevor ich euch jetzt erkläre, wie ich es angestellt habe, muss ich euch erstmal meinen kleinen Youtube-Kanal vorstellen. Mein Kanal heißt "Crative Chins" und dort mache ich Videos über und mit meinen Chinchillas. Meine beiden Chinchillas leben seit August 2016 bei mir und fühlen sich hier auch sehr wohl. Sie sind meine 2. Chinchillas, daher habe ich auch schon Wissen über diese Tiere in mich aufgesogen und kann es an Andere weiter geben. Die Chinchillas sind aber nicht die einzigen Tiere, die bei mir und meiner Familie leben, denn  ich lebe auf einen kleinen Bauernhof. Bei uns leben Gänse, Enten, Hühner, 4 Katzen, 2 Hunde, 4 Lemminge und die beiden schon erwähnten Chinchillas. Das Besondere an unserem Bauernhof ist, dass auch kranke und behinderte Tiere bei uns leben. Fridolin ist unsere blinde Gans, sie lebt bei uns, seit sie ein Küken ist, und hat lebenslanges Wohnrecht. Meine Chinchillas sind auch nicht ganz gesund, weil einer meiner Chinchillas wurde von der Vorbesitzerin gequält und hat daher einen gerissenen Schwanz. Durch den gerissenen Schwanz hat ser leider Gleichgewichtsprobleme und kann nicht gut springen. Das war es erstmal mit den Tierchen. 

Jetzt erzähle ich euch, wie ich eigentlich meine Videos mache und was ich dazu brauche. Das Video drehen war alles noch ziemlich einfach, aber dann ging es ans Bearbeiten und das war schon 'ne ganz andere Nummer. Ich habe wochenlang suchen müssen, um endlich ein Schnittprogramm zu finden, was mit TalkBack oder mit JAWS funktioniert. Ich habe dann „Power Director" von Cyberlink gefunden und dies Funktioniert in Kombination mit TalkBack super. Ja klar, manchmal braucht es auch zwei Anläufe, aber das stört mich gar nicht. Ich kann damit meine Videos schneiden, Texte und Bilder einfügen oder andere Videos importieren oder sogar parallel ablaufen lassen. Ich brauche ca. 1 Stunde um ein normales Video zu bearbeiten. Das heißt, dass ich alles schneide und aneinander füge, an den Übergängen mit Effekten arbeite und zwei oder drei Texte/Bilder einfüge, um Dinge besser zu erläutern. Manchmal benötige ich aber auch mal zwei Stunden, um ein Video zu bearbeiten, weil ich vieles einfügen möchte oder viele kleine Videoschnipsel habe. Power Director kann man sich für Android, IOS und für Windows runterladen. Ich kann euch aber jetzt nicht sagen, wie gut oder schlecht es auf Windows oder IOS läuft, da ich es unter Android verwende. Das Bearbeiten und Schneiden war die größte Hürde für mich, aber diese habe ich auch überwunden. Ich hatte dann meine ersten Videos fertig und musste mich nun mit dem Uploaden beschäftigen, aber das war leichter als gedacht, weil die Youtube-App zum Glück barrierefrei ist und das ist wirklich schön. Meine ersten Videos waren natürlich noch ziemlich doof geschnitten, aber das kann ich mittlerweile auch ziemlich gut. Immer, wenn ich ein Video fertig habe, lasse ich meine Mutti, einen Kumpel oder meinen Freund drüberschauen, weil manchmal sitzen die Texte nicht richtig oder ich bin beim schneiden ein wenig verrutscht. Außer des Youtube-Kanals habe ich auch eine Facebook-Seite über meinen Kanal erstellt. Diese trägt den selben Namen wie mein Kanal (also "Creative Chins". Ich werde euch am Ende des Beitrags meinen Kanal und die Facebook-Seite verlinken, sodass ihr sie leichter finden könnt. Auf meinem Kanal findet ihr aktuell 33 Videos und ich habe 36 Abonnenten. Ich weis, dass es nicht viel ist, aber für mich ist es schon ein Riesenerfolg gewesen, dass ich so schnell über 30 Abonnenten zusammenbekommen habe. Mein erfolgreichstes Video ist mein allererstes, in dem habe ich mich und meinen Kanal Vorgestellt. Mein Video mit den meisten Kommentaren ist ein Video über meine Erkrankung, über diese werde ich euch auch noch Berichten. Mein Video mit den meisten Likes ist  ein Video, in dem ich das Internat vorgestellt habe, in dem ich lebe. Außer diesen Videos habe ich noch Videos über Nager DIYs, meine Gehege, Haltung der Tiere und über Programme für Blinde und Sehbehinderte hochgeladen. Es ist also eine bunte Mischung aus mehreren Bereichen, aber mein Schwerpunkt liegt bei den Chinchilla Videos und Videos über ihre Haltung.

 

Aber was sind denn überhaupt Chinchillas???

Chinchillas sind Nagetiere mit einem ausgeprägten Nagetrieb. Sie  kommen ursprünglich aus den Anden in Südamerika und dort leben sie auf einer Höhe von 1000-3000 M über Null. Sie sind in ihrer Heimat fast ausgestorben und stehen somit unter Naturschutz. Sie wurden in den 70er und 80er Jahren wegen ihrem schönen flauschigen und weichen Fell gejagt, gefangen, gezüchtet und geschlachtet. Leider halten manche Menschen die Tiere immer noch aus diesem Grund und das ist schade, weil es sind so liebevolle Tiere. Sie sind sehr soziale Tiere, deshalb sollte man diese Tiere nie alleine Halten. Für Anfänger sind eingespielte und gleichgeschlechtliche 2er bis 4er Gruppen zu halten, weil eine Vergesellschaftung ist ziemlich knifflig. Chinchillas sind zwischen 30-45 CM groß, 1/3 davon ist der buschige Schwanz. Sie sind sehr flauschig von Kopf bis zur Schwanzspitze und es gibt sie in vielen verschiedenen Farben und Mustern. Sie benötigen immer ein Sandbad mit Chinchillasand, weil sie sich darin Baden, um ihr Fell zu entfetten. Bitte nicht mit Wasser baden, weil dann das Fell verfilzt und das möchte glaube ich keiner. Diese Tierchen benötigen sehr viel Platz, sind also nix für kleine Wohnungen und man sollte beachten, dass sie alles annagen. Wenn ihr Holzmöbel habt, müsst ihr damit rechnen, dass sie angefressen werden. Dies ist in kleinen Mengen nicht giftig, aber sie sollten nicht zu viel Lack abnagen können, weil dieser kann giftig für sie sein. Man muss auch beachten, dass Chinchillas über 20 Jahre alt werden können. Wenn ihr noch mehr Infos über diese wunderbaren Tiere wissen wollt, dann schaut auf meinem Kanal vorbei.

 

Nun möchte ich euch aber auch noch kurz ein paar Infos zu mir geben.

Ich bin wie schon erwähnt 18 Jahre alt und Besuche die 11. Klasse eines Gymnasiums in Brandenburg. Ich wohne bei meinen Eltern in Sachsen-Anhalt, genauer gesagt lebe ich in der nähe von Halle (Saale) in einem kleinen Dorf mit knapp 190 Einwohnern. Von Sonntag Abend bis Freitag Mittag bin ich im Internat und das ohne meine Tiere. Das war am Anfang schon ziemlich komisch und ungewohnt. Ich hatte bis zum 26.8.2014 noch eine Sehkraft von 5-10%, zwar nur auf dem linken Auge, aber ich konnte alles machen, was ich wollte. Auf dem rechten Auge bin ich schon immer vollblind und links bin ich seit dem 26.8.14 blind. Ich kann jetzt nur noch hell/dunkel unterscheiden und starke Farbkontraste kann ich auch noch sehen. Ich hatte oben auch mal kurz erwähnt, dass ich keine Nase habe. Da fragt ihr euch bestimmt, wie ich es meine, das ist eigentlich ganz schnell erklärt. Ich habe einen sehr seltenen Gendefekt und mir fehlt ein Protein. Es gibt weltweit nur 50 Betroffene.  Meine Schwester und ich sind weltweit die einzigen Geschwister mit dieser Erkrankung. Sie wirkt sich sehr unterschiedlich aus, manche haben einseitig oder beidseitig Anophthalmia (fehlende Augäpfel) und gar keine Nase, also alles platt oder sie haben einen knöchernen Hügel ohne Nasenlöcher. Andere haben einseitig oder beidseitig Microphthalmia (verkleinerter Augapfel) und gar keine Nase, also alles platt oder sie haben einen knöchernen Hügel ohne Nasenlöcher. Alle Betroffenen haben entweder gar keine Nebenhöhlen und andere Verbindungen von der Nase in den Rachenraum oder zu den Augen oder sie sind nur teilweise vorhanden. Sehr viele der Betroffenen lassen sich eine künstliche Nase machen, aber dort können sie nie durchatmen geschweige denn etwas riechen. Ich bin daher der Meinung, dass ich mich nicht operieren lasse, weil ich keinen Sinn darin sehe. Es wäre ja dann nur ansehnlicher für meine Mitmenschen und dafür muss und will ich es nicht machen. Ich bin so geboren und möchte auch so bleiben. Da diese Krankheit so selten ist, gibt es auch relativ viele Filme von mir und meiner Schwester. Wir waren bis ca. 2008/2009 mehrfach im TV zu sehen. Daher kommt vielleicht auch meine Begeisterung zum Filmen. So das war es erstmal von mir. Ich werde euch alles unter diesem Text verlinken und ein paar Bilder von mir und meinen Tieren dran hängen.

Ich hoffe, es hat euch Spaß gemacht, diesen Text zu lesen und viel Spaß auf meinen Kanal.

 

 

Facebook:

https://www.facebook.com/Creative-Chins-340966863014768/

 

Youtube:

https://www.youtube.com/channel/UCEX4CgKYAm032VxJGI0CjNw

Name

3 Jahre

1 Jahr

Alter

3 Jahre

1 Jahr

Geschlecht

Weibchen

Weibchen

Geboren

14.7.

10.7.

Einzug

August 2016

Oktober 2016

Lieblings-Leckerlie

Gojibeeren, Apfelchips, Kürbis

und Weintrauben

Gojibeeren, Bananenchips, Kürbis und Weintrauben

Unbeliebte Leckerlie

Tomate und Birne

Tomate und Birne

Färbung

Silberschecke

Standard

Gesundheit

Gerissener Schwanz durch festhalten am Schwanz von der Vorbesitzerin

Kern Gesund

Charakter

neugierig, vorsichtig, verfressen und verschmust

neugierig, quirlig, eifersüchtig, wie ein Flummi und verfressen

 

 

ein paar Infos zu meinen beiden Chinchillas:

 

 

 

 

2 Kommentare Lisa am 31.8.17 18:26, kommentieren

Wie die Hörgeschädigten-Freizeit und Sportgruppe Franken (HFS Franken) entstanden ist

Hallo,

Frau Greiner hat gemeinsam mit einer Freundin einen Sportverein für Hörgeschädigte gegründet. Wie es dazu kam, erzählt sie uns heute:

 


Nach einer wunderschönen Winterfreizeit 2004 in Flachau im Salzburger Land, die der Deutsche- Schwerhörigen -Sport-Verband (DSSV) veranstaltet hat, reifte bei mir und meiner Freundin der Plan, auch in Franken eine Schwerhörigen-Sportgruppe zu gründen, da es bis dato nichts Vergleichbares für Schwerhörige Aktivisten in der Region gab.


Unsere Idee war es, diese Sportgruppe beim Nürnberger Schwerhörigen-Verein einzubinden, um auch hier für jüngere Mitglieder zu sorgen. Leider bekamen wir vom damaligen Vorsitzenden des Nürnberger  Schwerhörigenvereins keinerlei Unterstützung, weil das Ganze seiner Meinung nach  viel zu teuer ist.


Dann ruhte diese Idee erst einmal.


Aber irgendwie ließ uns diese Sache damals keine Ruhe.


Meine Freundin nahm dann diese Angelegenheit selbst in die Hand und suchte im Internet und telefonierte, auch nahm sie Kontakt mit den Vorständen der bereits bestehenden Schwerhörigen-Sport-Vereine auf. Bis sie ausreichende Informationen gesammelt hatte, verging fast ein Jahr. Wertvolle Informationen bekamen wir von den Vorständen der Schwerhörigen-Vereine in Düsseldorf und München.


Nun schaltete ich mich auch wieder ein.  Nach einigen Telefonaten mit Düsseldorf und München stand unser Plan fest, wir packen es an.


Selbstständig machen als „e. V.“ (eingetragener Verein)kam nicht in Frage, da aufgrund der kleinen Gruppe immense Kosten auf uns zugekommen wären.


Durch eines unserer zukünftigen Mitglieder wurde der Kontakt zwischen dem damaligen Vorsitzenden der ISG-Erlangen und mir hergestellt. So kamen wir dann am Anfang bei der ISG-Erlangen unter.


Nun brauchten wir noch 7 Mitglieder, aber die hatten wir schnell in unserem Freundes- und Bekanntenkreis gefunden.


Am 11.11.2006 war es endlich soweit.


Beim Gehörlosen-Sport-Club Fürth fand die Gründungsversammlung und die Vorstandswahl der HFS Franken statt. Ich wurde als Vorstand gewählt.


Kurz nach der Vereinsgründung der HFS Franken wurden wir zum 01.01.2007 bei der ISG-erlangen als Untergruppe aufgenommen. Seitdem mischen die „Franken“ erfolgreich bei den DSSV-Meisterschaften mit.


Wir trafen uns einmal im Monat und unternahen etwas gemeinsam z.B. Wandern, Ausflüge, gemeinsame Kino- oder Theaterbesuche, auch Sport usw.,  was eben von den Mitgliedern gewünscht wurde, um auch denjenigen Mitgliedern, die nicht so sportlich waren, die Möglichkeit zu geben, aus der Isolation heraus zu kommen. Im Jahr 2011 waren wir der Beste Verein Im DSSV, wir hatten die meisten  Meisterschaften des DSSV gewonnen. So ging es weiter bis 2011. Da fand unser 3-tägiger Vereinsausflug ins Fichtelgebirge statt. Hier fand auch die Neuwahl statt. Ich gab den Vorsitz in jüngere Hände ab, aber ich bin immer noch als Beisitzerin dabei.


Mittlerweile hat sich die HFS Franken vergrößert. Und ist ein „e.V.“ Wir haben nun 22 Mitglieder, dabei sind 3 Gründungsmitglieder noch mit dabei. Auch das Angebot ist größer geworden, trafen wir uns die ersten 5 Jahre nur ein Mal im Monat, gibt es heute jeden 2ten Samstag im Monat ein Sportangebot, jeden 4ten Samstag im Monat ein Freizeitangebot, jeden 2ten Sonntag im Monat Schwimmen und Wassergymnastik . In diesem Jahr ging unser Vereinsausflug nach Paris ins Euro-Disney für 5 Tage. Wir nehmen auch erfolgreich an Freizeit-Boule Veranstaltungen teil. Vor allem Alleinstehende nehmen unser Angebot dankbar an.


 

 

Anita Greiner am 21.8.17 21:03, kommentieren

Autismus bleibt selten allein (Borderline)

  Hallo!!!

Heute geht es um Borderline. Eine der Krankheiten, die ich noch habe.

Mit 12 Jahren habe ich angefangen, mich selbst zu verletzen. Es war damals in der Schule

'Mode'. Wir haben uns in den Pausen getroffen und uns mit Zirkelnadeln verletzt. Ich habe gemerkt, dass es mir hilft bei meinem Selbsthass. Unter 18 Jahren wird die Diagnose " Borderline" nicht gestellt, weil es normal ist, sich in diesem Alter zu verletzen. Ich habe Depressionen und daraus wurden chronische Depressionen.

Ich habe mich immer schlimmer verletzt. Immer häufiger. Es wurde zur Sucht. Denn ich wollte mich unbedingt selbst zerstören. Ich hatte Selbstmordgedanken.

Erst mit 19 bei meinem 2. Klinikaufenthalt bekam ich dann die Diagnose.

Bei dem Klinikaufenthalt habe ich mich zum Ersten Mal so tief geschnitten, dass ich meine Ader sah und sah wie sie pulsierte.

Nun, viele werden sich jetzt  fragen, was Borderline ist und warum die Menschen versuchen, sich selbst zu zerstören. Hier eine kurze Erklärung:

In der Kindheit muss was traumatisches passiert sein, damit Borderline entstehen kann.

Kann der Mensch dies nicht verarbeiten, entsteht eine psychische Krankheit, wie z.B. Borderline.

Die Menschen entwickeln einen Selbsthass. Sie können sich selbst nicht akzeptieren.

Um mit Druck umgehen zu können, schneiden sie sich. Der Druck ist immer da. Manchmal schaffen es die Menschen sich nicht zu schneiden. Aber meistens ist der Druck so groß, dass man denkt, man würde von innen heraus zerreißen.

Man hasst sich so sehr, dass man sterben möchte.

Dazu kommen noch Panikattacken Dissoziieren.

Es ist eine tödliche Krankheit. Dennoch heilbar.

2 Kommentare Freya Kison am 11.8.17 11:57, kommentieren

"Kultur im Dunkeln" - Action in der Finsternis

Hallo,

Heute möchte ich eine interessante Veranstaltungsreihe an unserer Schule vorstellen, die insbesondere sehenden einen Einblick in die Welt blinder Menschen geben soll.

 

Nach einer Projektwoche im Jahr 2005, bei der Lehrer und Schüler der Schloss-Schule ein Dunkel-Café veranstalteten, wurde noch im selben Jahr eine Arbeitsgemeinschaft (AG) gegründet, deren Teilnehmer bis heute sehende Gäste ins Dunkle führen. Inzwischen sind zwölf Jahre vergangen und wir durften tolle Abende erleben, von Konzerten und Theateraufführungen über Kunstkurse, Talentabende, Lesungen und Ausstellungen bis hin zu Überraschungsmenüs und Weinproben, das heißt auch zwölf Jahre Wachstum, Spannung und Faszination. Es entwickelten sich Kooperationen mit Enjoy Jazz, dem Atlantiskino in Mannheim, der Alten Feuerwache Mannheim und dem SWR. Zu Beginn wagte man sich nur mit einem Schüler an den Start, mittlerweile sind über zehn Kinder und Jugendliche dabei. Ohne die Schüler wäre die AG heute nicht vorstell- und durchführbar.

 

Inzwischen finden im "Schwarzen Salon" regelmäßig Veranstaltungen statt. Dieser hat seinen Namen daher, dass er sich von September bis März für einen Abend im Monat in eine dunkle Bühne für Künstlerinnen und Künstler, die von außerhalb der Schule kommen und einmal im Stockdunkeln auftreten möchten, verwandelt. So waren in der vergangenen Saison verschiedene Musikgruppen, aber auch "Fabulust" mit einem Märchen und das Improvisationstheater "Drama Light" zu Gast. Doch nicht nur für die Künstlerinnen und Künstler ist die Dunkelheit eine Herausforderung: Auch die rund 80 Gäste, die ebenfalls von überall aus der Region kommen und teilweise noch nie etwas mit blinden Menschen zu tun hatten, erleben hier einen spannenden Abend in besonderer Atmosphäre und erfahren, wie blinde ihre Umwelt wahrnehmen. Um das zu ermöglichen, führen wir, eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern, die sich jedes Jahr neu formiert, die Menschen durch drei Vorhänge in den stockdunklen Raum, bedienen sie an der Theke, insofern sie etwas trinken möchten und bringen sie sicher zu ihren Sitzplätzen. Dabei ist jede Person unterschiedlich: Manche sind total mutig und fühlen sich sofort sicher, andere sind eher ängstlich und manche möchten wieder aus dem Dunkeln herausgeführt werden. Im Dunkeln sind die sehenden diejenigen, die blind sind, und wir blinden diejenigen, die sich auskennen. Bevor die Besucherinnen und Besucher sich auf die aufregende Reise begeben, müssen alle Handys ausgemacht und alle Uhren eingesteckt werden, denn auch nur das kleinste Licht würde stören, aber dann entführen wir die Gäste zu einem Ausflug in die Welt der Blinden, in der es nichts zu sehen, aber dafür viel zu erleben gibt – eben mit den Ohren, mit der Stimme – und eigentlich mit dem ganzen Körper.

 

Damit wir die Gäste wirklich gut betreuen können, haben wir zu Beginn jedes Schuljahres einen Intensivkurs, in dem wir Führtechniken erarbeiten und den Notausstieg über die Feuerleiter üben. Zudem lernen wir, wie wir die Besucherinnen und Besucher ansprechen sollen und diejenigen, die an der Theke arbeiten sollen, lernen zudem, die verschiedenen Getränke voneinander unterscheiden zu können, diese teilweise mit dem Flaschenöffner aufzudrehen und das Geld anzunehmen, richtig in die Kasse einzusortieren und gegebenenfalls den richtigen Betrag zurückzugeben. So sind wir gerüstet für eine Saison voller spannender Veranstaltungen, wobei jedes Event etwas einzigartiges und besonderes ist.

 

Dieses Jahr geht "Kultur im Dunkeln" in die 13. Runde und wir dürfen auf eine aufregende und vor allem abwechslungsreiche Saison zurückblicken. Angefangen von "Paucker" mit einer Mischung aus Pop, Rock und Indie-Rock über Chris Cosmo und seinen Künsten als Songwriter bis hin zu Veranstaltungen, die in Kooperation mit dem SWR und "Enjoy Jazz" stattfanden, war musikalisch alles geboten. Daneben gab es, wie bereits erwähnt, einen Abend mit "Fabulust", an dem die beiden Künstlerinnen ein Märchen erzählten und dieses mit Minnegesang untermalten, und unser Schülerhighlight kam am letzten Abend: Drama Light. Basierend auf Vorschlägen des Publikums kreierte die Gruppe spontan kleine Geschichten und spielte verschiedenste Situationen nach. Damit wurde unter dem Motto "Frühlingserwachen" auf äußerst lustige und unterhaltsame Art der Frühling eingeleitet - "Kultur im Dunkeln" bietet also ein vielseitiges Programm an.

 

Dies ist auch ein Grund, warum ich mich an diesem Projekt beteilige und in der Schülergruppe mithelfe. Hier gibt es die verschiedensten Angebote, die verschiedensten Musikrichtungen - und trotzdem haben alle ihren Charme. Es macht einen riesigen Unterschied, ob man die Musik bei sich daheim, bei einem Konzert mit Bühnenlicht oder im kleinen Rahmen in völliger Dunkelheit bei "Kultur im Dunkeln" hört. Das Publikum ist aufmerksamer und lässt sich schneller zum Mitmachen anregen, da der Aspekt "Sehen" wegfällt. Auch für die Künstlerinnen und Künstler ist das Agieren im Dunkeln eine ganz neue Erfahrung. Hier bringen Spickzettel gar nichts, hier muss man seine Liedreihenfolge im Kopf haben. Gleichzeitig muss man aber auch aufeinander hören und immer auch darauf achten, was die Bandmitglieder machen, denn hier kann keiner Handzeichen geben, wenn der Pianist einsetzen oder der Schlagzeuger aufhören soll. Deshalb finde ich auch, dass jeder Musiker und jede Musikerin mal im Dunkeln Musik machen sollte. Mein Engagement bei diesem Projekt liegt aber auch daran, dass ich es wichtig finde, dass sehende Menschen die Möglichkeit bekommen, sich in die Welt blinder Menschen hineinzuversetzen. Nicht zuletzt wirkt sich das auch auf blinde selbst aus. Wenn die sehenden nicht wissen, wie es ist, blind zu sein, dann können sie auch nicht so gut auf blinde eingehen. Wenn sie jedoch selbst erfahren haben, wie es ist, nichts zu sehen, können sie sich auch besser in blinde hineinversetzen und sie gegebenenfalls besser unterstützen.

 

Falls ich also jetzt Dein Interesse geweckt habe und Du noch mehr über "Kultur im Dunkeln" erfahren und das Programm für die kommende Saison einsehen möchtest, schau einfach hier:

https://schloss-schule-ilvesheim.de/kultur-im-dunkeln/

 

Nach dem Abend mit Drama Light hatten wir an einem Nachmittag Besuch von einer Reporterin des Radiosenders SWR2, die sowohl uns als auch die Schauspieler von Drama Light interviewte. Wenn Du Dich auf eine kleine virtuelle Reise in die Dunkelheit begeben möchtest, ist dieses Video eine perfekte Möglichkeit:

https://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/matinee/der-schwarze-salon-der-schloss-schule-ilvesheim-hoeren-in-der-finsternis/-/id=660804/did=19249884/nid=660804/10i3hdw/index.html

 

Wir freuen uns schon sehr auf die nächste Saison - und wir würden uns natürlich auch sehr freuen, Dich an dem ein oder anderen Abend im "Schwarzen Salon" begrüßen zu dürfen! 

Bis bald,

deine Kerstin                           

Kerstin am 10.8.17 18:25, kommentieren