Der Youtube-Kanal "Miss Vanny" stellt sich vor

Hi,

Ich bin die Vanny, bin zarte 27 Jahre alt und YouTuberin. Ich habe seit meiner Geburt eine Sehbehinderung und bin mittlerweile gesetzlich blind. Zurzeit befinde ich mich in der heißen Abschlussphase meines Bachelor-Studiengangs: Erziehungs- und Bildungswissenschaften.

Außer meiner Leidenschaft für Youtube treffe ich mich in meiner Freizeit mit meinen Freunden, gehe gerne Shoppen und betreibe regelmäßig Kraftsport im Fitnessstudio.

 

Wie ich zu Youtube gekommen bin

Meinen Kanal habe ich mir 2011 erstellt. Erst nur, weil  ich Videos von anderen YouTubern gerne kommentieren wollte und man damals dazu einen Account, und somit auch einen Youtube-Kanal, brauchte. Nach einer Zeit habe ich dann auch angefangen, Videos zu produzieren und diese dann auch online zu stellen. Nach einer Pause zu Beginn meines Studiums, in der ich keine Videos produziert habe, habe ich nach und nach wieder mit dem Drehen angefangen und bin nun seit knapp zwei Jahren wieder regelmäßig dabei. 

 

Warum Youtube?

Warum ich mich für Youtube entschieden habe ist relativ leicht zu beantworten. Ich schaue sehr gerne Videos auf Youtube und verfolge ab und zu einige Blogs. Ich dachte mir irgendwann, dass mir das nicht mehr reicht und ich so etwas doch auch machen könnte. Da ich nicht so gut im Schreiben von Texten bin, ich dafür aber umso besser reden kann, war für mich klar, das ich es mal mit einem Youtube-Kanal versuchen möchte. Auch der Aspekt der Kreativität, die man beim drehen und in der Nachbearbeitung von Videos hat, war und ist bis heute ein Anreiz für die Videoplattform.

 

Worum geht's in meinen Videos?

Auf meinem Kanal geht es um die Themen Blindheit, wie Lebe ich mit meiner Seheinschränkung und um Beauty, Fashion und Lifestyle, immer mit dem Aspekt meiner Seheinschränkung gekoppelt. Ich möchte meinen Zuschauern und Zuschauerinnen somit nicht nur die Angst vor dem Umgang mit sehbehinderten und blinden Menschen nehmen, sondern auch zeigen, das ich mich trotz oder grade wegen meiner Einschränkung auch für ganz typische Dinge interessiere. Ich möchte mit meinen Videos zeigen, was trotz meiner visuellen Einschränkung alles möglich ist, dass ich ein ganz normales Leben lebe, trotz meiner Behinderung. 

 

Wie erstelle ich meine Videos?

Meine Videos drehe ich mit dem Iphone, da ich noch keine Kamera gefunden habe, bei der ich sage: "genau di is' es!" (zwecks Bedienbarkeit). Meine Videos schneide ich zurzeit noch auf dem IPad, da es für mich so recht unkompliziert und einfach ist. Als Schnittprogramm verwende ich übrigens IMovie.

 

Wie erfolgreich bin ich eigentlich?

Mit anderen YouTubern, die dieselben Formate zeigen, wie sie auf meinem Channel zu finden sind, kann ich noch nicht mithalten, von der Abonnentenanzahl her. Trotzdem bin ich stolz darauf, dass jetzt bereits fast 300 Menschen meinen Kanal abonniert haben. Das zeigt mir einfach jedes Mal aufs Neue, dass das was ich mache interessant und wichtig ist.

 

Wo findet man mich?

Außer auf Youtube findet man mich noch auf Facebook und auch bei Instagram. Auf Instagram bin ich sehr aktiv, da ich hier auch meiner Kreativität beim Fotografieren und Bearbeiten der Fotos freien Lauf lassen kann und ich mich auch hier richtig ausleben kann. Des Weiteren finde ich die Kommunikation zwischen mir und meinen Followern über Facebook und Instagram toll, da diese sehr Zeitnah geschieht. Ich kann sehen wer mit meinen Beiträgen wie agiert und kann auf diese Aktion wiederum selber schnell, einfach und unkompliziert reagieren und das finde ich so schön. Zudem gibt es meinen Followern die Gelegenheit mich so etwas besser kennen zu lernen.

 

Welche Kanäle schaue ich auf Youtube selbst gerne?

Ich verfolge selber auch eine Menge anderer Kanäle auf der Videoplattform. Auf Grund der Authentizität kann ich unter Anderem den Kanal Snukiful empfehlen. Sie ist eine großartige Youtuberin und trotz ihrer Reichweite immer noch total bodenständig geblieben. Das ist etwas, was sie neben ihrer tollen Art, total sympathisch macht.

 

Wenn ihr nun Lust bekommen habt, mich auf meinem Kanal zu besuchen oder mir bei Facebook oder Instagram folgen möchtet, seit ihr herzlich eingeladen auf die Links zu meinen Seiten zu klicken.

Ich freue mich über jeden neuen Besucher und Abonnent, sowohl auf Youtube als auch auf Facebook oder Instagram.

 

Youtube:

 https://www.youtube.com/user/PeachiiPrincess

Facebook:

 https://de-de.facebook.com/Miss-Vanny-1842551095983719/

Instagram:

 https://www.instagram.com/missvannyofficial/

Vanny am 12.5.18 10:15, kommentieren

Sprich mit mir

Heute möchte ich euch von einer Situation erzählen, die für viele Menschen mit Behinderung fast alltäglich ist. Mir ist das gestern seit langem mal wieder passiert und es hat mich noch lange beschäftigt. Deshalb möchte ich darüber schreiben, wie es sich anfühlt, nicht persönlich angesprochen zu werden.

 

Gestern war ich im Nagelstudio. Ich hatte eine fünfstündige Klausur hinter mir und war müde, aber draußen schien die Sonne, ich hatte die Abiklausur erfolgreich hinter mich gebracht und so beschlossen meine beste Freundin und ich, uns mit neuen Nägeln zu belohnen. Lila sollten sie sein, und lang. Das hatte ich schon einmal gemacht und fühlte mich super damit.

In der Stadt war es relativ voll, also führte mich meine Freundin, die noch etwas sehen kann. Meinen Blindenstock hatte ich trotzdem ausgeklappt.

Wir gingen also ins Nagelstudio, es waren gerade keine Kunden da, also durften wir uns direkt hinsetzen. Meine Freundin zeigte mir, wo ich sitzen konnte, ich faltete meinen Stock zusammen und verstaute ihn in meiner Handtasche. Echt praktisch, diese Faltstöcke.

Es dauerte nicht lange, bis eine der beiden Frauen zu mir kam. "Welche Farbe?", fragte sie. "Ich hätte gern so ein helles Lila.", antwortete ich. Doch dann realisierte ich, dass sie gar nicht mehr in meine Richtung schaute, sondern zu meiner Freundin, die sich bereits eine Farbe ausgesucht hatte. "Sie kann das auch selbst entscheiden.", sagte sie. Ich lächelte der Frau ermutigend zu. "Sie können mich ruhig selbst fragen. Alles gut. Wie gesagt, ich hätte gern ein helles Lila." Aber die Frau reagierte nicht. Stattdessen ging sie zu meiner Freundin und zeigte ihr scheinbar die verschiedenen Lilatöne, die sie auf Lager hatte. Okay, dachte ich, vielleicht will sie sich nur absichern, sie wird schon das richtige für mich aussuchen. Meine Freundin zeigte ihr die Farbe, für die ich mich schon beim letzten Mal entschieden hatte. Ich nickte zustimmend und dachte, dann sei die Sache ja geklärt.

Die Frau begann mit ihrer Arbeit, brachte meine Hände in die richtige Position und schnitt meine Nägel, weiter, ohne mit mir zu sprechen. Das störte mich nicht wirklich, ich bin sowieso nicht der gesprächige Typ. Doch dann ging es um die Länge der künstlichen Nägel. "Wie lang sollen sie denn sein?", fragte die Frau und diesmal nahm ich bereits wahr, dass sie wieder nicht in meine Richtung sprach. "Ungefähr so.", erwiderte ich trotzdem sehr deutlich, aber weiterhin freundlich, und zeigte ihr mit den Fingern, welche Länge ich mir wünschte. Aber sie ignorierte mich und schaute weiter meine Freundin an. "Wie gesagt, sie kann das selbst am besten entscheiden.", sagte sie erneut. Die Frau drehte sich wieder zu mir und fuhr mit ihrer Arbeit fort. Ich lächelte noch immer, aber es fiel mir schon etwas schwerer.

Ich kenne solche Situationen bereits, besonders von Ärzten ("Was fehlt ihr denn?" oder in Restaurants ("Was möchte sie?". Zuletzt passierte das vor einem Jahr, als die Kieferchirurgin meinen Vater fragte, wie alt denn "die Maus" sei. Ich sagte dann aber schnell, dass ich 17 bin, und die Sache hatte sich. Nun aber schien es nicht zu helfen, dass ich einfach selbst sprach. Ich wurde trotzdem übergangen.

Ich weiß ehrlich gesagt nicht, woran es liegt, dass man als blinder Mensch von vielen Personen scheinbar als unmündig wahrgenommen wird. Bei einigen fehlt vielleicht die Mimik, auch ich kann keinen Blickkontakt halten, versuche aber immer, die Person beim sprechen anzuschauen. Ist es vielleicht die naive Annahme, ich könnte als Mensch mit fehlendem Sehsinn nicht selbst über mein Aussehen entscheiden? Aber warum passiert das auch Rollstuhlfahrer_innen? Ist es die Unsicherheit? Oder tatsächlich einfach Ignoranz?

Wenn ich allein unterwegs bin, passiert es mir kaum bis gar nicht, dass ich übergangen werde. Vielleicht wirkt man dadurch sicherer, oder die Personen sehen einfach keine andere Alternative. Deshalb nehme ich Termine mittlerweile lieber alleine wahr, wenn es möglich ist. Aber manchmal möchte man einfach etwas schönes mit Freunden oder der Familie unternehmen - und trotzdem als vollwertige, für sich selbst einstehende Person wahrgenommen und dementsprechend behandelt werden.

Und deshalb: Sprecht mit uns. Ja, ihr dürft unsicher sein, ihr dürft Fragen stellen, ihr dürft auch Fehler machen. Alles cool. Aber ignoriert und wie jemand behandelt zu werden, der/die keine eigenen Entscheidungen treffen und nicht für sich selbst sprechen kann, tut weh und macht wütend. Ich bin in solchen Situationen immer freundlich und geduldig, aber auch ich habe mal einen schlechten Tag, Und an solchen Tagen beschäftigt mich so etwas besonders.

 

Anmerkung der Redaktion:

Dieser Text erschien zuvor auf www.durchreisetagebuch.wordpress.com,

dem eigenen Blog von Marie.  

1 Kommentar Marie am 11.5.18 20:18, kommentieren

Einen Regenbogen sehen

Es war ein wunderschöner Sommertag. Die Sonne schien schon den ganzen Tag fröhlich auf uns herab und nur ab und zu wehte eine kleine Brise. Gut gelaunt ging ich mit einer kleinen Gruppe 12 bis 14-Jähriger spazieren. Plötzlich sah ich in der Ferne ein buntes Band am Himmel leuchten. Ich blieb stehen und rief begeistert: „Schaut mal, ein Regenbogen!“

Doch die Anderen waren ohne mich weitergelaufen und hielten nun verwundert inne. Elias, ein etwas älterer Junge, lachte freudlos. „Hahaha! Ja, mach dich ruhig lustig über uns!“ Oh, verdammt! Wie hatte ich nur vergessen können, dass sie alle blind waren?! Da war ich ja eine tolle Praktikantin im Blindeninternat! Was stand nochmal in meiner Bewerbung? „Immer einfühlsam und äußerst taktvoll.“ Tja, hiermit hatte ich das Gegenteil bewiesen. „Aber ich... das war doch… gar nicht… so gemeint!“, stotterte ich wenig überzeugend. Nun wurde ich auch noch rot wie eine Tomate. Zum Glück konnten sie das nicht sehen. Moment mal… Freute ich mich etwa schon über ihre Blindheit? Jetzt reichte es! ‚Sylvie, ich verbiete dir, so etwas auch nur zu denken‘, befahl ich mir mit zusammengebissenen Zähnen.

Als ich wieder den Kopf hob, fragte mich die kleine Nina leise: „Wie sieht denn ein Regenbogen aus?“ Na ja, wie nun mal ein Regenbogen aussah. Ich überlegte: „Also, wenn keine Wolken davor sind, ist es eine Art riesiger Halbkreis am Himmel. Er besteht aus sechs verschiedenen leuchtenden Farben. Die erste Farbe ganz oben ist rot.“

Wie beschreibt man jemandem, der noch nie sehen konnte, die Farbe Rot?! Geht das überhaupt mit den restlichen vier Sinnen? Hören, fühlen, schmecken, riechen. Vielleicht auch mit einigen Gefühlen?

„Rot ist die Farbe der Liebe. Sie duftet wunderbar sanft wie eine Rose, die in liebevoller Zärtlichkeit geschenkt wurde, und schmeckt herrlich süß nach Sommer wie eine reife Erdbeere oder Kirsche. Doch Rot ist auch die Farbe der Wut. So unglaublich heiß wie ein gewaltiges knisterndes Feuer, aber auch so dumpf wie das Rauschen in euren Ohren, wenn euch etwas total aufregt.“ Vorsichtig linste ich zu den Anderen hinüber. Kein gelangweiltes oder fragendes Gesicht. Vielmehr schienen sie neugierig und abwartend. Anscheinend war meine Beschreibung gar nicht schlecht.

„Orange kommt als Nächstes darunter. Es ist eine sehr freundliche Farbe. Sie erinnert an eine leckere saftige Apfelsine und an den kräftig aromatischen Duft einer Mandarine. Erfrischend, als ob man sich spätabends bei einem wunderschönen Sonnenuntergang draußen auf einer Bank ausruhen würde. Doch auch so lebendig wie ein Goldfisch, der fröhlich in seinem Aquarium vor sich hin blubbert.“ Hoffentlich konnten sie damit überhaupt etwas anfangen. Etwas Einfacheres war mir allerdings so auf die Schnelle nicht eingefallen.

„Darauf folgt Gelb. Es ist die Farbe der Fröhlichkeit und des Lichts. Wie die ersten Sonnenstrahlen am Morgen, die euch an der Nase kitzeln, und fruchtig süßlich duftende Pfirsiche im Spätsommer. So unglaublich sauer, aber auch belebend wie eine reife Zitrone. Außerdem ist sie so seidig wie die wehenden Ähren auf dem Feld und hört sich an wie das lustige Quietschen von einem kleinen Quietscheentchen in der Badewanne.“ Ich kniff die Lippen zusammen, als ein leises Kichern ertönte. Also echt jetzt! Der Vergleich war doch wirklich originell und schlau gewesen. Darauf kam nicht jeder. Apropos schlau… „Gelb symbolisiert aber auch Intelligenz. Daher kommt auch die Redewendung, dass einem ein Licht aufgeht. Die meisten denken dann an eine aufleuchtende Glühbirne. Ja, ähm… falls ihr sowas kennt.“ Ganz ruhig! Einfach tief durchatmen und weitermachen.

„Grün ist die nächste Farbe. Sie schmeckt nach würzigen Kräutern, wie zum Beispiel Salbei oder Rosmarin. Zudem riecht sie frisch wie der Frühling, wenn die ganze Welt wieder neu zum Leben erwacht. Außerdem fühlt sie sich so seidig weich an wie das erste Gras nach einem langen Winter und klingt wie das Rascheln der Blätter an einem stürmischen Frühlingstag. Überhaupt ist fast alles in der Natur grün. Auch die Tannennadel. Weil die das einzig lebendig Grüne im Winter sind, ist sie die Farbe der Hoffnung. Aber sie steht gleichzeitig für Glück, denn ein vierblättriges Glückskleeblatt ist ebenfalls schön grün.“ Na, das hatte doch ganz gut geklappt. Weiter so!

„Als Nächstes folgt Blau. So lecker süß wie frisch gepflückte Blaubeeren aus dem Wald und sanft wie der ruhige Duft von zarten Veilchen. Für mich symbolisiert diese Farbe Freiheit, weil sie weit wie der unendliche wolkenlose Himmel ist. Außerdem ist sie so kühl, als ob Meereswasser am Strand eure Füße umspülen würde und klingt nach wildem Wellenrauschen bei einem starken Sturm. Doch Blau kann auch sehr ruhig und entspannend wie eine sich nur leicht kräuselnde Wasseroberfläche sein.“  Langsam kam ich richtig in Fahrt! Das war auch gut so, denn die letzte Farbe würde bestimmt nicht einfach werden.

„Als Letztes kommt Violett. Wie entspannender Lavendelduft und wunderbar süße Pflaumen. Diese Farbe ist eine Mischung aus Rot und Blau. Wie die Wolken am Morgen, wenn die Luft zwar von der Nacht noch kühl ist, aber schon von den ersten Sonnenstrahlen gewärmt wird. Im Alltag nennt man sie auch Lila. Viele Leute finden sie sehr modern und cool wie eine laut platzende Kaugummiblase.“ Eigentlich hatte ich noch nie einen lilafarbenen Kaugummi gesehen, aber darunter konnten sie sich wenigstens etwas vorstellen.

„All diese Farben zusammen sind ein Regenbogen. Ich mag ihn ganz besonders, weil er so wunderschön vielfältig und bunt wie das Leben ist.“ Es entstand eine lange Pause, in der jeder seinen eigenen Gedanken nachhing. Irgendwann tastete Nina, die nun direkt hinter mich getreten war, vorsichtig nach meiner Hand. Mit leiser zerbrechlicher Stimme flüsterte sie: „Danke, Sylvie! Jetzt können wir den Regenbogen tatsächlich sehen.“ Und so standen wir noch sehr lange. Mit geschlossenen Augen und einem glücklichen Lächeln auf jedem der strahlenden Gesichter. Denn obwohl der Regenbogen am Himmel schon längst verblasst war, leuchtete er in unseren Herzen stärker als je zuvor.

1 Kommentar Rosalie Renner am 4.3.18 16:51, kommentieren

Vreni stellt sich vor

Hey,

Ich heiße Vreni, bin 14 Jahre alt und komme aus Bayern. Seit ca. 4 einhalb  Jahren besuche ich ein Gymnasium in München, eine Regelschule, allerdings mit Erfahrung im Umgang mit seheingeschränkten Menschen. Ich bin seit meiner Geburt auf beiden Augen blind. Wichtig ist mir vor allem die Selbstständigkeit, um später mal ein möglichst unabhängiges Leben führen zu können.

Nach dem Abitur möchte ich studieren, festlegen werde ich mich allerdings erst, wenn ich in verschiedenen Bereichen meine Erfahrungen gemacht habe. In meiner Freizeit mache ich gerne Sport, wie Schwimmen oder  Skifahren. Früher war ich auch in einem Leichtathletikverein. Zudem spiele ich seit 4 Jahren Klarinette. Ich lese gerne, allerdings kein bestimmtes Genre.

Auf den Blog wurde ich über eine Freundin aufmerksam. Ich freue mich, viele coole Beiträge zu lesen und auch mal selbst was zu schreiben.

 

Bis bald

eure Vreni

Vreni am 23.2.18 11:58, kommentieren

Was mich ärgert

Hallo!

 

Ist euch schon mal aufgefallen, dass man zum Beispiel im Fernsehen oder in Artikeln oft sagt oder schreibt, dass x an einer Krankheit LEIDET? Ja, das stinkt gewaltig nach Mitleidsbonus und ich hasse Mitleid.

Seltsamerweise sagen das nie die Betroffenen selbst. Zumindest wüsste ich kein Beispiel. Die meisten akzeptieren ihre Krankheit als ein Teil von ihnen. Ich bin nicht krank oder leide unter SMA, ich kann gut damit leben. Da leide ich mehr unter der Gesellschaft und den Behörden, die mich wesentlich mehr behindern.

Und wenn wir schon mal bei falschen Formulierungen sind: Ich bin nicht an den Rollstuhl oder an das Bett gefesselt! Das ist eine Beleidigung meiner Hilfsmittel. Der Rollstuhl ersetzt mir meine Beine, die nun mal nicht machen, was sie sollen. Das ist okay, aber ohne Rollstuhl bin ich halt echt aufgeschmissen, also streicht dieses Wort sofort aus eurem Wortschatz, liebe Journalisten. Bei meinem extraweichen Bett ist es nicht anders. Ich liebe und brauche es.

 

Liebe Eltern behinderter Kinder,

bitte behandelt eure Kinder niemals aufgrund einer körperlichen Behinderung irgendwie anders. Sie können trotzdem eigenständig denken und brauchen genauso Erziehung und Schule. Aus eurem Kind kann mal echt was werden, aber dazu müsst ihr konsequent sein und dürft nicht aus Mitleid nachgeben. Sicher ist ein Leben mit Behinderung manchmal schwer. Das will ich nicht bestreiten. Aber es ist machbar und vor allem kann man daran wachsen. Bitte tut eurem Kind den Gefallen!

 

Und zum Schluss:

Liebe/r Betroffene,

bitte nimm deine Krankheit an. Ich hör dich schon murren: "Das sagt die so leicht. Die hat doch keine Ahnung. Ich will nicht krank sein."

Schon klar, ich will auch nicht krank sein, aber ich bin es und du eben auch und keiner kann das ändern. Bei SMA nicht und bei deiner Krankheit offensichtlich auch nicht. Meine Güte, du hast doch gar keine Wahl. Willst du jetzt dein ganzes Leben lang deswegen rumheulen? Du kannst doch noch was und du hast eine Chance. Nutze sie! Jetzt! Sonst komme ich vorbei und gebe dir höchstpersönlich einen Tritt in den Hintern.

Und an alle, die Muskelschwund oder eine andere Krankheit, die mit zunehmendem Alter voranschreitet, haben: Ihr könnt die Krankheit nicht aufhalten. Egal wie sehr ihr es verhindern wollt, es wird trotzdem immer schlimmer werden. Bitte spart eure Kraft und kämpft nicht ständig dagegen an. Diese Kraft braucht ihr für ein schönes Leben. Dann ist es eben etwas kürzer, aber wenigstens habt ihr dann richtig gelebt und euch nicht mit diesem sinnlosen Kampf selbst gequält. Man kann gut mit SMA leben. Und wenn du willst, kannst auch du mit deiner Krankheit im Einklang leben. Du musst ihren Verlauf nicht auf Krampf aufhalten. Das bringt nichts.

 

Bis bald,

eure Rosalie 

Rosalie am 13.2.18 21:37, kommentieren