Vorstellung Luise

Hallo!!!

Mein Name ist Luise Pape. Seit meinem siebten Lebensjahr bin ich körperbehindert. Die Ärzte können mir nicht genau sagen, warum und was es ist, aber die Wahrscheinlichkeit ist am höchsten, Das es von einer Impfung kommt. Seit diesem Zeitpunkt musste ich mir alles wieder neu erkämpfen. Vom Liegen, über Sprechen bis hin irgendwann zum Laufen. Inzwischen benutze ich meinen Rollstuhl nur noch für lange Strecken und wenn ich einen schlechten Tag habe. Die Krankheit zeigt sich bei mir, indem ich zwar vieles schon kann, aber für vieles auch noch Unterstützung benötige. Zum Beispiel ist mein Gleichgewichtssinn nicht ganz ausgebildet, meine Feinmotorik ist auch nicht mehr vorhanden und was mich aber am größten einschränkt ist, dass ich am ganzen Körper zittere. Außenstehende merken es nicht direkt, dass ich am ganzen Körper zittere, weil ich es so gut es geht  verstecke, was vielleicht nicht immer gerade die beste Lösung ist. Aber gerade nach großer Anstrengung sieht man es schon noch und mir fallen selbst die kleinsten Sachen schwer, zum Beispiel eine Wasserflasche zu greifen.

 

Aber nun möchte ich euch ja auch was von mir erzählen und nicht nur von meiner Krankheit.

Ich bin schon immer ein sehr fröhliches, aufgewecktes Kind gewesen und bin es auch immer noch. Ich probiere viele Sachen aus, auch wenn ich nicht unbedingt weiß, ob es funktioniert. Meine Eltern haben mich mit elf Jahren ins Internat gebracht, wo ich neun Jahre gelebt habe. Diese Zeit war zwar sehr hart für mich, aber es war auch das Richtige. Seit August 2016 lebe ich in einer WG mit zwei anderen Mitbewohnerinnen, die gesund sind, in Frankfurt. Man muss sagen, dass ich durch meine Behinderung nicht alle Sachen mitmachen kann und übernehmen kann. Aber meine Mitbewohnerinnen wissen Bescheid da drüber und das was ich machen kann das mach ich und das was nicht geht das übernehmen sie dann dafür.

In Frankfurt mache ich seit August 2016  eine Ausbildung zur Sozialassistentin. Auch hier gab es anfangs immer wieder Schwierigkeiten. Vor allem weil die Schule überhaupt nicht da drauf eingestellt ist, Schüler, die einen Rollstuhl benutzen, zu unterrichten. Da ich durch meine eingeschränkte Feinmotorik eine Schreibhilfe während des Unterrichts benötige, musste ich auch das erst mal klären.

 

In meiner Freizeit versuche ich alles Mögliche zu besorgen,  vor allem für die Wohnung. Aber natürlich versuche ich auch meinen  Hobbys nachzugehen. Zu meinen Hobbys zählen: das schwimmen (was ich auch leistungsmäßig betreibe), das Singen, im Winter das Skifahren, das Malen (was ich aber nicht regelmäßig mache), das Fahrradfahren (habe ein Liegerad), das Schreiben und früher bin ich noch geritten, was ich sehr gerne wieder anfangen möchte. Auch im Rollstuhltanzen möchte ich mich mal probieren.

 

Zu meiner Körperbehinderung sind jetzt auch psychische Probleme hinzugekommen. Die Akzeptanz der Behinderung und des Rollstuhls, Dass nicht alles so klappt wie man es sich vorstellt oder vieles länger dauert, macht mir sehr zu schaffen. Aber ich habe auch eine Essstörung entwickelt.

Luise Pape am 10.9.17 12:30

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