Berufsbilder blinder und sehbehinderter Menschen Teil 7: Der Psychologe



 

Hallo liebe Interessierte!

 

Ich heiße Matthias Rode, bin 51 Jahre alt. Ich bin verheiratet, lebe in Rostock, gelte als blind, habe auf einem Auge einen Sehrest. Über  meine Frau bin ich Stiefvater, Opa, habe keine eigenen Kinder. Ich bewege mich viel, joggen, Radfahren (leider nicht unfallfrei), Gartenarbeit, freies Tanzen wie „Bio Danza“ oder „5 Rhythmen“, Qi Gong.

Ich bin Diplom-Psychologe, Psychotherapeut. Das Studium hat mich sehr interessiert, und ich wollte gerne viel mit Menschen arbeiten.

Meine Studienjahre in Freiburg und Trier habe ich in sehr guter Erinnerung, viel Freiraum, gerade in Trier ein breites Lehrangebot. Es ist viel Lesestoff; ich hatte produktive Lern- und Arbeitsgruppen, so dass ich gut zurecht gekommen bin. Auch mit Dozenten konnte ich gut verhandeln, so dass für mich der Lesestoff reduziert wurde.

Meine berufsbegleitende Therapieausbildung in Hamburg und Stralsund war eine intensive Zeit, Fallpräsentationen mit Videofeedback.

Ich habe in mehreren Rahakliniken gearbeitet, einige Jahre  in der stationären Jugendhilfe.

Zur Zeit arbeite ich an einer Rehaklinik für Kardiologische Patienten an der Ostsee. Ich habe nicht viel Papierarbeit. Für meinen Eindruck gelingen mir Einzelgespräche am besten, Gruppenarbeit ist manchmal schwieriger; ich gehe  offen mit meinen Schwierigkeiten um, und ich erlebe auch sehr viele freundliche und verständnisvolle Patienten. Ich gebe viele Entspannungskurse, AT und PME; das fällt mir leicht.

Anstrengend an meinem Beruf ist oft das viele Zuhören, die menschliche Nähe zu vielen fremden Menschen. Für Menschen mit Sehbehinderung ist der Beruf gut geeignet, glaube ich. Wichtig ist sicher die Fähigkeit und Freude, sich auf andere Menschen einzulassen, nicht planlos mit eigenen Ratschlägen zu kommen. Jeder Mensch trägt nach meiner Auffassung die Lösung von Schwierigkeiten in sich. Hier habe ich die Fallarbeit, die Supervisionen mit den Kollegen, während der Therapieausbildung als hilfreich und notwendig erlebt.  

 

 

Matthias Rode am 31.3.17 12:20

Letzte Einträge: Berufsbilder blinder und sehbehinderter Menschen Teil 5: Immer auf der Suche nach neuen Lösungen, Berufsbilder blinder und sehbehinderter Menschen Teil 6: ein fast blinder Richter erzählt, Blognews 1/2017: Was bzgl. Blog in den letzten 3 Monaten passiert ist , Berufsbilder blinder und sehbehinderter Menschen Teil 8: Sebastian, der blinde Volkswirt, Blind geheim wählen - wie geht das?

bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Lulu (6.4.17 16:44)
Schöner Beitrag Klingt ein bissel nach Ganzheitspsychologie (das jeder die Lösung in sich trägt), habe Psychologie als Fach in der Schule und mag es sehr

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen